Willy wählen

Ein mediales Großprojekt

Die Dokumentation „Willy wählen“ (Arbeitstitel) zeigt in einem großen Panorama erträumte, verspielte und gewonnene Optionen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Sie wählt hierfür den Lebenslauf des Lübeckers Herbert Frahm, der als Willy Brandt im letzten Jahrhundert seine Spuren hinterlassen hat. Diese Spuren sollen aus dem Wissen und der Perspektive des 20. Jahrhundert heraus freigelegt, gelesen und eingebettet werden in die deutschen Milieus, Lebenswelten, Kulturen und politischen Systeme des letzten Jahrhunderts.

Die Biographie Brandts wird in „Willy wählen“ (Arbeitstitel) wie ein Magnet über das Eisenpulver alltäglicher und großer Ereignisse der Jahre 1913 bis 1992 gezogen. Die Jahre von Willy Brandts skandinavischem Exil, seine Außenpolitik und sein Wirken außerhalb Deutschlands bieten dem Zuschauer zudem die Möglichkeit zu einer distanziert-verfremdeten Wahrnehmung Deutschlands. Die Dokumentation ist auch ein Streifzug durch die deutsche Zeitgeschichte. Sie wird vielfach mit den Augen und den Erinnerungen von Willy Brandt, seiner Familie, Freunde und Weggefährten gesehen. Sie ist deshalb auch „Oral History“.

„Willy wählen“ (Arbeitstitel) wird als Dokumentation für das Kino produziert, dass sich zur Zeit durch die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung in Distribution aber auch durch Zuschauerverhalten verändert. Als „Event-Kino“ will die Produktion die überkommenden Zeitformate sprengen. Der Film wird in der Länge von ca. 4,5 Stunden (260 Minuten) produziert. Er kann zu einer Serie in 10 Teilen à 26 Minuten, die zu fünf Folgen à 52 Minuten (alternativ 45 Minuten) zusammengefasst werden können.

Die Halb-Folgen (Zwei Halb-Folgen ergeben einen TV-Slot im internationalen Format):

  1. 1863 bis 1913 - Aus der Gegenwelt
  2. 1914 bis 1932 - Mit verlorener Zukunft
  3. 1933 bis 1945 - Das zweite Heimatland
  4. 1945 bis 1957 - In der Weltstadtprovinz
  5. 1957 bis 1965 - Frontstadt-Regent
  6. 1959 bis 1965 - Der Genosse im Trend
  7. 1966 bis 1969 - Kulturrevolution
  8. 1969 bis 1974 - Freund und Feind
  9. 1974 bis 1987 - Der große Vorsitzende
  10. 1987 bis 1992 - Das Denkmal

Für die Dokumentation wird eine intensive inhaltliche Literaturrecherche betrieben. Öffentliche, private, lokale, regionale und nationale Film- und Fernseharchive in Deutschland, Ost- und Nordeuropa werden recherchiert. Für den Zeitraum von 1922 bis 1982 sollen vor allem Amateuraufnahmen (Home Movies) zum Einsatzkommen. Für die Jahre 1935 bis 1992 wird auf ausgewählte Fotografen-Nachlässe zurückgegriffen.

Die Dokumentation gibt keine Antworten. Sie wirft Fragen auf, liefert ihren Zuschauern aber Wissen und auch den Stoff zu einer ersten Meinungsbildung. Sie flicht keine Lorbeerkränze. Sie stellt sich nicht den Schatten eines Denkmals, sondern rüttelt an ihm. Das soll Widerspruch provozieren. Dabei scheut sie nicht das echte Pathos, das aus dem Wissen um den Lauf der Zeiten und Dinge entspringt. Sie stellt an den Politiker Willy Brandt die Machtfrage. Und sie trennt nicht zwischen Ämtern und Personen. Sie tritt von Fall zu Fall auch indiskret an den Privatmann heran.

Das Budget soll zu zwei Dritteln durch ein professionelles Fundraising mit den Mitteln von online-Fundraising-Tools, durch Influencer-Marketing, Mitteln des Direktmarketings wie Mailings, des Eventmarketings, Standaktionen bei Parteitagen und auf weiteren Ansprachewegen eingeworben werden. Zur Finanzierung wird die Produktion Förderanträge bei der FFA (FilmFörderAnstalt), dem FilmFernseh-Förderfond (Bundeskulturministerin), dem Medienboard-Berlin-Brandenburg (serielle TV-Förderung), der Film und Medien Stiftung NRW, der Nordmedia (Niedersachsen, Bremen) und der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein stellen.