Der fast vergessene Krieg vor den Kriegen

Der deutsch-französische Krieg von 1870/71 ist das Thema einer neuen Buchproduktion der HELDEN-Autoren Hermann Pölking und Linn Sackarnd. Wie soll man im 21. Jahrhundert von diesem Krieg gegen Ende des 19. Jahrhunderts schreiben, in dessen Folge ein Kaiserreich entsteht und ein anderes untergeht?

Die Autoren haben sich entschieden, aus den Quellen heraus zu erzählen. Sie schildern in Wort und Bild nicht nur das elfmonatige Kriegsgeschehen auf den Schlachtfeldern, sondern zeichnen auch ein Bild der politischen, sozialen und technischen Entwicklungen in den deutschen Staaten und im französischen Kaiserreich nach, aus denen die kriegerischen Auseinandersetzungen erwachsen und die ihnen im weiteren Verlauf als Hintergrund dienen.

Vor die Erinnerung an den deutsch-französischen Krieg haben sich die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts geschoben. Dabei gründen in ihm viele Konflikte der beiden ehemaligen europäischen Großmächte, die im 20. Jahrhundert auf den Schlachtfeldern der Weltkriege ausgetragen werden. Er ist es auch heute wert, betrachtet zu werden. Nicht mehr archaische Ehrbegriffe und „ritterliche“ Gesten älterer Kriege sind seine typischen Merkmale, sondern der industrielle Einsatz einer menschenverachtenden Kriegsmaschine, wie er im 20. Jahrhundert charakteristisch werden sollte. Die Eisenbahn revolutioniert den Aufmarsch der Armeen, das aufkommende Telegraphenwesen ermöglicht eine unverzügliche Berichterstattung.